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Wir fördern Vernetzung

Was ist denn so spannend am Bloggen und Vernetzen?

Mein Versuch, auf diese Frage eine Antwort zu geben:

Schaut man sich nur kurz im Web um, so meint man sehr schnell anhand der gängigen Rankinglisten, die spannendsten Blogs gefunden zu haben. Dringt man tiefer in die Materie ein, kann man auch jenseits dieser Top-Listen einige wirklich interessante „Netzknotenpunkte“ entdecken. Damit meine ich Blogs, die mit viel Leidenschaft geschrieben werden. Im Bloggen, Streamen oder Twittern sehen die Betreiber eher praktische Hilfsmittel, um mit möglichst vielen anderen Menschen in Dialog zu kommen. Der Dialog zum Thema ist ihnen wichtiger als die Klickstatistik. Sie veröffentlichen interessante Artikel auch fernab der eigenen Blog-URL, denn Marketingaspekte, die auf maximale Besucherzahlen im eigenen Blog fixiert sind oder gar Werbeeinnahmen als „Ziel“ des Bloggens stehen hier nicht im Weg.

Ergeben sich zwischen diesen vereinzelten, meist themenbezogenen „Netzknotenpunkten“ Querverbindungen, dann entstehen spannende heterogene Netze, in denen Informationen über den eigenen „Tellerrand“ hinaus transportiert werden. Diese Blogs sind „Eingänge“ für all jene, die bisher noch keinen Zugang zur Online-Kommunikationsgemeinschaft gefunden haben und nicht wissen, wie einfach es ist, daran teilzuhaben.

Letztlich kommen Menschen und Ideen miteinander in Kontakt, die sich sonst nie begegnet wären. Spannend wird Bloggen und Vernetzen erst in offenen und dezentralen Strukturen, die bis in den Offline-Alltag hinein reichen. Oder?

[Nachtrag] - Das Thema wurde auch noch aufgegriffen von:
André Bräkling: Der Break-Even-Point des Bloggings - Community statt SEO

Julia Böttcher: Bloggen und Vernetzen - Teil 2

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Kommentare:

Ich möchte den Bogen ein wenig anders spannen. Das Bloggen faszineirt aufgrund seiner Einfachheit, eigenen Gedanken als Teil eines Netzwerks wieder zu finden.

Für mich, der seit 2004 dabei ist, haben sich die Blogs zu einer immensen privaten Informationsbörse entwickelt, in der ich einen bestimmten Teil mit gestalte und beeinflusse.

Über mich gelangen Menschen, die durch Blogs zu mir gekommen sind, wiederum zu anderen Blogs.

Ein Blog erweitert Deinen Horizont. Egal woher Du kommst oder wohin du gehst. Und egal, was Du dort liest.

ich mag bloggen, wenn ich was zu sagen habe, meistens sehr emotionale sachen, die mich bewegen. ich mag auch solche engagierte einträge zu lesen. egal, zu welchem thema: kultur, freizeit, politik, wissenschaft und sonstiges. und ich mag auch, die kommentare zu lesen. und zu verfassen! ;)

So sehe ich das auch, deswegen haben meine Blogs sehr lokalen Bezug. Dadurch lernt man Leute kennen und das finde ich gut.

Um wirklich eine breite Masse mit einem “ernsten Thema” zu erreichen, werden Blogs hier in Deutschland nicht genug wahrgenommen. Da würde es eher was bringen, wenn kritische Themen wie “Krankheit, Behinderung, Altersarmut…” in den gängiben Telenovas oder gleich in Spielfilmen (Contergan, ein gutes Beispiel) abgehandelt werden. Bloggt da eigentlich schon wer in der Lindenstraße? Über seichte Soaps erreicht man wohl die meisten Deutschen schneller, als über authentisches Bloggen - LEIDER! Vielleicht wächst da aber auch eine jüngere Generation nach, die hier mehr agiert, als sich nur passiv berieseln zu lassen.

@Rockhaus: Ich sehe das Problem etwas anders. Grundsätzlich hast du natürlich recht: Ein einzelnes Blog ist nichts im Gegensatz zur Lindenstraße & Co.

Aber: Erstens muss man die Zielgruppen auseinanderdividieren. Nicht alle Telenovela-Zuschauer nutzen das Internet, insbesondere wenn man ein Format wie die Lindenstraße heranzieht. Sprich: Das TV versorgt (noch) eine größere Zielgruppe als das Internet.

2. Im Fernsehprogramm steht einer größeren Zielgruppe eine kleinere Auswahl zur Verfügung. Dagegen gibt es unzählige Blogs von denen nur die wenigsten eine große Zielgruppe bedienen - klar: ein Surfer kann nicht allen Blogs Beachtung schenken.

Die Lösung zu 1. kann nur die Zeit bringen, 2. kann man durch Vernetzung überwinden: Eine Nachricht auf einem Blog geht unter, aber wenn sich diese Nachricht über eine genügend große Anzahl Blogs verteilt wage ich zu unterstellen, dass man auch ein entsprechend großes Publikum erreicht. Schlägt die Nachricht sogar richtig große Wellen, stehen die Chancen gut, dass sie auch von Zeitungen oder dem TV aufgegriffen wird - und so kann man tatsächlich auch die breite Masse erreichen.

@CeKaDo, Anna, Norbert
Ihr seht also auch das Bloggen im Sinne von Horizonterweiterung und neuen Kontakten, die bis in den realen Alltag reichen.

@Rockhaus @André,
also müsste man, wenn man heute hierzulande möglichst viele Menschen erreichen will und auch “Offliner” für das Internet begeistern will an die Macher von Lindenstraße & Co herantreten und anregen, dass dort auch eine Rolle mit einem “sympathischen, bloggenden Weltverbesserer” besetzt wird, eine Rolle die eben nicht das Klischee vom pickeligen weltfremden Computerfreak bedient!?! :-)

@Ina: Teilweise. Selbst wenn die gesamte Lindenstraße bloggen würde, sehe ich keine Chance, meine Großeltern dazu zu bewegen das Internet zu nutzen. Bei so mancher Teenie-Soap mag es jedoch so sein, dass ein Blogger in der Soap zu einer Welle neuer Tagebuchblogs führt.

Mir ging es aber in meiner Antwort nur um das “Erreichen der großen Masse”. Hier kann ein Blog, egal ob es 100 oder 1000 Besucher am Tag hat, nicht mit einem TV-Format mithalten, dass jeden Wochentag eine Millionenquote erzielt - um ansatzweise in solche Regionen vorzustoßen, hilft nur die Vernetzung.

Ob es authentisch ist, ist in der heutigen Medienlandschaft leider eher sekundär. Beispiel: Zwar ist die Tagesschau zum Glück in der Nachrichtenlandschaft noch die Nr. 1, aber “RTL aktuell” hat bereits “heute” überrundet (und ist nur noch knapp hinter der Tagesschau). Oder man Vergleiche einfach mal die Auflagenzahl der Zeitung mit den großen Buchstaben mit seriösen Blättern. Boulevard geht mittlerweile vor Authentizität.

[...] sich so mit anderen Interessierten auszutauschen. Ina hat das bei den Blogpatenschaften sehr schön beschrieben. Insbesondere mein Kirche und OpenSource-Artikel in Kombination mit Twitter brachte viele neue [...]

Persönlicher Nachtrag zur Diskussion:
Patienten zum gemeinsamen Bloggen zu ermuntern und zu bewegen, ist ein schwieriges Unterfangen, wie ich selber erfahren habe. Man bleibt unter sich, mit seiner Erkrankung, sucht den Austausch nur mit Gleichgesinnten in einer Patientengruppe und wagt nicht den Schritt in die Öffentlichkeit. Gründe gibt es dafür viele…
Foren in Patientengruppen diskutieren ausschließlich Themen zu einer Erkrankung. Traurig aber ist, dass inzwischen viele gar keine Antworten mehr auf ihre Fragen erhalten; einige Foren “leben” nicht. Hier könnte eine Chance für das gemeinsame Bloggen ansetzen, um mehr Verbindlichkeiten zu schaffen.

@Karin
ich freue mich, wieder von Dir zu lesen. :-) Du sprichst ein wichtiges Thema an. Vielleicht kann hier die http://www.offene-plattform.de eine Möglichkeit bieten, auf der Patienten außerhalb ihrer gewohnten Kreise in einen Dialog kommen können. Dort kann jeder, der ein Anliegen hat mitbloggen oder uns einen Gastbeitrag zusenden, den wir dann dort einstellen. Wer selbst nicht unter seinem Namen bloggen will, kann auch unter einem Pseudonym schreiben. Natürlich! Gerade weniger webaffine Menschen müssen darauf hingewiesen werden, dass alles was sie im Internet öffentlich machen auch nach Jahren noch über die Wayback Machine (www.archive.org) gefunden werden kann. Alles Bloggen in irgendwelchen Blognischen nützt aber nicht viel, wenn wir uns nicht besser vernetzen. Dabei ist eben gerade auch der Klick über den eigenen Tellerrand wichtig. Es gibt ja genug Netzknotenpunkte. Z.B. auf behindertenparkplatz.de gibt es eine “Disability Blogroll”
http://www.behindertenparkplatz.de/disability-blogroll/
oder Christoph Weigand hat sich mal Gedanken dazu gemacht, wieso Gesundheitsblogs so wenig vernetzt sind:
http://www.starker-ruecken.com/bandscheibenblog/gesundheitsblogs-pathologisch-schwach/
Diese Diskussion wurde dann auch noch einmal von Robert Basic aufgegriffen. Er fragt “Wie vernetzen sich Gesundheitsblogger besser?”
http://www.basicthinking.de/blog/2008/09/05/wie-vernetzen-sich-gesundheitsblogger-besser/
Auch Selbsthilfegruppen könnten hier Kooperationen mit engagierten Bloggern eingehen und so aus ihrem Alltag berichten. Leider fehlt hier oft ein Grundverständnis zu Web-2.0 und so werden die Chancen und Möglichkeiten von Vernetzung und offenem Dialog überhaupt nicht wahrgenommen.

Danke Dir, Ina, für Deinen anregenden Kommentar! Die interessanten Links habe ich mir gleich gespeichert und werde sie später ausführlich lesen. Freue mich sehr auf gedankliche Entwicklungen…

übers netzwerken von gesundheitsbloggern regte robert basic eine gute diskussion an…
http://www.basicthinking.de/blog/2008/09/05/wie-vernetzen-sich-gesundheitsblogger-besser/

Hallo Doc Sarah,
ach so, das kannte ich schon. ;-)

[...] Twitterverzeichnis für Fotografen aufmerksam geworden. Mir gefällt  besonders auch der Vernetzungsgedanke dabei. Twitter, was ist das eigentlich? Hier die Version für Katzenfans oder etwas ernster bei [...]

[...] Blog Patenschaften- Soziales Engagement vernetzen [...]

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