Toll, wenn die Älteren das Netz entdecken
hieß es gestern in einem Tweet von Brigitte Reiser und ich erfuhr von Herbert Schmidt (@herb37), der selbst mehrere Webseiten betreibt und Internetcafes in Unterfranken von Senioren für Senioren eingerichtet hat. Ich interessiere mich seit längerem für das Thema, wie man weniger weberfahrenen Menschen (nicht nur Senioren) die Vorzüge des Internets näher bringen kann. Auch erinnere ich mich sofort an einige interessante Diskussionen aus den Jahren 2007 und 2008 bei Claudia Klinger: Web 2.0 für Ältere - gar nicht so einfach (November 2007) und Altersheim 2.0 - Idee und Konzept (Mai 2008). Ich twittere Herbert diese Links und Herbert weist mich gleich auf einen Artikel “Internet unverzichtbar” von Christa Wüchner hin, in dem 2 Seniorinnen von ihren Erfahrungen mit der Datenautobahn berichten.
Vor allem wenn es um die Vorzüge der elektronischen Post geht, geraten die beiden fast ins Schwärmen. Zum einen, weil es ohnehin „eine große Erleichterung ist, Briefe am PC zu schreiben“, wie Liane Wilm betont. Dass beim Mailen zudem Gänge zu Briefkasten oder Post und das Porto entfallen, mache die Sache noch bequemer. Das positive Ergebnis: Man meldet sich öfter – und bekommt häufiger Post. „Immer wenn ich nachschaue, sind Mails da“, freut sich Eva Nitzsche. Zum Beispiel von einer Bekannten, die in München lebt: „ Wir schreiben eifrig hin und her.“ Auch das Tempo, mit dem die Botschaften durchs Netz flitzen, belebt die Kommunikation in Familie und Freundeskreis, sagt sie.

Update: Gerade bekomme ich einen Hinweis auf: Hans Frackowiak, 79 Jahre alt, der unter “Castroper Geschichten” bloggt
Das Internet ist für alle da: Am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und die Zukunft aktiv mitzubestimmen, ist kein Sonderrecht der jüngeren Generationen. Das grenzüberschreitende Netz kennt keine Altersgrenzen. Für die Kinder und Jugendlichen wird es spannend und lehrreich sein, einmal in die Lehrerrolle zu schlüpfen und in einen Dialog mit der älteren Generation einzutreten.
Update!!! Herbert hat sein Blog gestartet und berichtet über Online-Volunteering.
Update: (6.2.09)
Ran an den Computer - Schüler schulen Senioren. Unter diesem Titel ruft die Georg-von-Langen-Schule Berufsbildende Schulen Holzminden zu einem neuen Projekt auf.
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Angesichts unserer demographischen Entwicklung wird es hier bald massenweise Senioren im Netz geben. Brigitte, ich stimme Dir zu: zum heutigen Zeitpunkt ist die Netz-Community noch unvollständig. Auch ich würde mir mehr Erfahrungsberichte der älteren Generation wünschen. Wo stecken die denn alle?
Mit der Frage: Was passiert denn nach meinem Tod mit meiner Webidentität hat sich hier schon einmal jemand ironisch-philosophisch intensiv auseinandergesetzt:
http://ourworld.compuserve.com/homepages/MichaelN/404-02.htm
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Tatsächlich bin ich immer ganz begeistert, wenn ich ältere Social Media-Nutzer entdecke, denn die Netz-Community ist so lange unvollständig, so lange Teile der Bürgerschaft gar nicht im Internet sind oder nur eine passive Rolle spielen.
Die Berichte und Erfahrungen der Älteren sind doch eigentlich unverzichtbar und es ist schade, dass es so wenig Blogs von Menschen über 70 gibt. Dabei würde mich ein persönlicher Rückblick auf die Geschichte und ein Ausblick auf die letzte Lebensphase, geschrieben von einem älteren Blogger, durchaus interessieren , - man könnte einiges lernen, auch für das eigene Altern.
Wenn dann ein älterer Mensch den Weg in die digitale Community findet, sollte man ihn engagiert aufnehmen und seine Erfahrungen aktiv abrufen , und hoffen, dass noch mehr Senioren dazu stossen.
Langfristig werden die Älteren angesichts der demographischen Entwicklung in unserem Land ohnehin in der hiesigen Internet-Community dominieren, hoffentlich als Avantgarde und nicht als Bremser.