Blogpaten: In unseren Blogs veröffentlichen wir Gastbeiträge zu öko-sozialen Themen und verbreiten diese Inhalte über unser Netzwerk.

Blogpatenschaften

Social-Media im Handwerksbetrieb – Die Möbelmacher zeigen wie´s geht

Veröffentlicht von: Ina Müller-Schmoß

04. Oktober 2010

Über die Liste nachhaltiger Blogs und Journale bin ich schon vor einiger Zeit auf das Blog der Möbelmacher aufmerksam geworden. Nach einigem Stöbern im Nachhaltigkeitsblog und weiteren Klicks vom Blog zum Tweet über ein Video zurück in die Fotogalerie, wird schnell klar, die Möbelmachen nutzen die Social-Media-Kanäle, wie kaum ein anderer Handwerksbetrieb, den ich kenne. So sieht der Social-Media-Newsroom aus:

die-moebelmacher

Social-Media-Ängste gar nicht erst aufkommen lassen

Das beeindruckt mich, denn gerade kleine und mittelständische Unternehmen weisen nach meiner Beobachtung viel zu schnell auf mangelnde Ressourcen oder andere Hinderungsgründe hin, ohne überhaupt Twitter, Facebook, Flickr, Youtube oder Blogs ausprobiert zu haben. Da gibt es oft „diffuse Ängste“ allein schon bei der Vorstellung, dass im Netz plötzlich Texte twitternder oder bloggender Mitarbeiter auftauchen könnten, die NICHT mit PR-Abteilungen abgesprochen wurden. Wer sich dagegen den Social-Media-Möglichkeiten aufgeschlossen und neugierig nähert, der wird sich schnell selbst ein Bild machen können und durch Experimentieren und Spielen mit den Möglichkeiten das eigene richtige Maß und die passenden Kanäle herausfinden. Offensichtlich gehören die Möbelmacher zu denen, die hier ganz locker und experimentierfreudig mit den neuen sozialen Medien umgehen und diese nutzen, um mit ihren Kunden noch besser in Kontakt zu kommen. Der erste Blogbeitrag ist datiert von 2005, getwittert wird ungefähr seit 2008.

Im Blog heißt es:

Die Möbelmacher aus Unterkrumbach bei Hersbruck wollen mit dem Dialog in diesem Weblog von Kunden, Freunden und Fremden lernen und das Bewusstsein für regionale Wirtschaftskreisläufe und verantwortliches Handeln stärken.

Diese positive Einstellung zu Social-Media imponiert mir und so habe ich mich mit herwig Danzer, einem der beiden Geschäftsführer der Möbelmacher und zuständig für Marketing und Verkauf, zu einem Telefontermin verabredet.

Ich erfahre, dass zum Team der Möbelmacher 15 Mitarbeiter gehören. herwig Danzer, einer der beiden Geschäftsführer twittert ungefähr seit 2008 als @Moebelmacher. Im Blog schreiben er, Mathias Deinhard, ein Mitarbeiter und die Sekretärin Nina Brunner, die auch in die inhaltliche Pflege aller Webpräsenzen mit eingebunden ist. Außerdem gibt es immer mal wieder Beiträge von Gastautoren. Die technische Betreuung der Webseiten wurde abgegeben. So kann sich das Team der netzaffinen Möbelmacher ganz auf die Inhalte konzentrieren.

Events, wie die „Kochshows“ werden regelmäßig dokumentiert und vorab im Blog angekündigt. Es ist wirklich schade, dass die Kommentarfunktion noch so wenig genutzt wird, denn die Leser(innen) sind nicht selten aufgerufen, eigene Ideen mit einzubringen. Im Laufe der Zeit ist es für Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter zur Normalität geworden, dass die Möbelmacher oft auch mit Fotoapparat und Videokamera unterwegs sind. Natürlich werden alle vorab gefragt, ob eine Veröffentlichung im Internet für sie okay ist.

Social-Media-Richtlinie ist der gesunde Menschenverstand

Ich frage herwig Danzer, ob es Social-Media-Richtlinien gibt, die von den Mitarbeitern eingehalten werden müssen. „Unsere Social-Media-Richtlinie ist der gesunde Menschenverstand“, antwortet Danzer und erläutert noch, dass er den Mitarbeitern nur mit auf den Weg gegeben hat, einfach im Netz genauso zu kommunizieren, wie sie es auch in einem direkten Kundengespräch tun würden.

Weiterhin interessiert mich, wie man mit Kommentaren im Blog umgeht. herwig Danzer winkt ab, obwohl fast täglich Blogbeiträge gepostet werden, wird die Kommentarfunktion eher spärlich genutzt. Offensichtlich ist die Schwelle für Kommentare dann doch unerwartet hoch. Kunden und Lieferanten bevorzugen das persönliche Gespräch oder ein Telefonat. Bestellungen via Twitter hat es aber schon gegeben.

Social-Media an die eigenen Bedürfnisse anpassen

Was Blogs und Kommentarfunktion angeht, besteht bei vielen Social-Media-Skeptikern eine übertriebene Sorge vor möglicherweise entgleisenden Diskussionen, doch dies ist ja eher die Ausnahme als der Normalzustand. Außerdem heißt Social-Media-Einsatz nicht automatisch, dass ein Unternehmen von Null auf Hundert sofort ALLE Kanäle rund um die Uhr bespielen muss, es ist viel mehr ein Herantasten an die eigenen individuell passenden Möglichkeiten. Sicher ist der Aufwand hoch, doch – und das betont herwig Danzer immer wieder – wenn man auf das Fernsehprogramm verzichtet und kaum Anzeigen schaltet, dann hat man auch genug Zeit und Geld für Social-Media.

Aus Sicht der Auffindbarkeit einer Unternehmens-Website bei den Suchmaschinen bringt Bloggen, Twittern und Vernetzen nur Vorteile, denn die Blogbeiträge werden in Echtzeit angezeigt und Links von anderen Blogs werten die Inhalte der eigenen Website auf, was sich langfristig in einem besseren Ranking bemerkbar macht.
Auch Gastbeiträge in thematisch passenden Blogs können eine Möglichkeit sein, um neue Kunden und Interessenten, auch außerhalb der eigenen schon bestehenden Netzwerke anzusprechen.

Fazit: Ein Unternehmen, das offen mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten kommuniziert und sich auch bei regionalen Themen mit einbringt, (wie die Möbelmacher in die Tropenholzdiskussion) hat die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Social-Media-Einsatz.

[Update]
Aufgegriffen von t3n Best Practice: “Die Möbelmacher” zeigen, wie Social Media im Handwerk funktioniert
Feedback der Möbelmacher

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9 Kommentare »»

  1. Brigitte Reiser
    - Am 6. Oktober 2010 um 20:16

    Ein gutes Beispiel, das auch kleine NPOs inspirieren kann.

  2. Hans Bayartz
    - Am 6. Oktober 2010 um 20:16

    Vielleicht sollten sich auch die Kammern einmal Gedanken dazu machen?
    Kleiner Tipp im Blog dazu: http://wp.me/psD2f-9X

    Beste Wünsche für’s Handwerk
    Hans Bayartz

  3. Pingback Links des Tages vom 06.10.2010 » Facebook, Handwerksbetrieb, social media, Support, travian 4, wordpress » Digital Life
    - Am 6. Oktober 2010 um 20:16

    [...] Die Möbelmacher zeigen wie´s geht Social Media im Handwerksbetrieb, soll ein guter Artikel sein, muss ich noch [...]

  4. Pingback Best-Practice-Beispiele in Sachen Social-Media-Nutzung – OFFENE PLATTFORM
    - Am 17. Oktober 2010 um 20:16

    [...] dem Titel Social-Media im Handwerksbetrieb – Die Möbelmacher zeigen wie´s geht ein Artikel zu einem bloggenden Handwerksbetrieb. »Die Möbelmacher aus Unterkrumbach bei [...]

  5. Pingback Dialog 2.0 im Handwerk findet nicht hinter verschlossener Tür statt!
    - Am 11. November 2010 um 20:16

    [...] ist hierzu eine Analyse dieses Webauftritts durch die Bloggerin Ina Müller-Schmoß. Dort heißt es unter Berufung auf den Möbelmacher-Geschäftsführer Herwig Danzer, [...]

  6. Susanne
    - Am 29. Dezember 2010 um 20:16

    leider twittern immer noch viel zu wenige Handwerker.
    Tolles Beispiel von den Möbelmachern !
    LG

  7. Pingback Öko-soziale Themen vernetzen [Update] » Blogpatenschaften
    - Am 30. Dezember 2010 um 20:16

    [...] das Projekt mundraub.org vor: Social Media und Obstbäume Ein Interview mit den Möbelmachern: Social-Media im Handwerksbetrieb – Die Möbelmacher zeigen wie´s geht Beitrag von Heinz Koch: AuGuSTheater Neu-Ulm im Web [...]

  8. Gartenrot
    - Am 23. Februar 2011 um 20:16

    Ich hoffe, das dieses Geschäftsmodell Schule macht. Wie ganz richtig im Text beschrieben, haben die meisten Handwerksbetriebe und landwirtschaftlichen Betriebe erst recht, denn da komme auch ich her, Angst, sich mit den Möglichkeiten des I-Nets auseinander zu setzten. So kommt es, das man in den wenigsten Fällen per gängiger Suchmaschiene diese Betriebe findet. Sie dümpeln irgendwo auf Seite 86 herum und wenn man nicht zufällig im selben Dorf geboren wurde, findet man sie nicht.

  9. Pingback Social Media Aachen | Ihr Partner für Social Media in Aachen | Seminare, Vorträge, Entwicklung, Design, Planung, Beratung, Kampagnen, PR, Konzeption, Apps, Facebook, Twitter, Foursquare
    - Am 13. Oktober 2011 um 20:16

    [...] noch deutlich ausgebaut werden. Insgesamt ist die Team Steffen AG ein vorbildliches Beispiel aus der Handwerksbranche. Denn sie zeigt, wie auch in sozialen Medien und Netzwerken Kundenbindung, –gewinnung und [...]

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