Projektvorstellung: donare.de
Wenn sich jemand sozial engagieren will, hat er zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten: Nach Afrika gehen und Brunnen bauen, eine Tafel für bedürftige Kinder in seiner Stadt organisieren, Geld an große Hilfsorganisationen spenden oder…
…eine eigene Spendenplattform im Internet gründen. Diesen Weg ist das Ehepaar Fleck gegangen. Das Ergebnis ist www.donare.de, befindet sich zur Zeit noch in der Aufbauphase und wird voraussichtlich im Frühjahr 2010 voll durchstarten. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Wie kam es dazu und was ist das Besondere daran?
Ich spreche mit Jana Wiesenthal, Organisationsbetreuerin von donare.de (offizielle Firmenbezeichnung, der Einfachheit halber im Folgenden donare). Sie hat VWL studiert, eine Praktikumsstelle im sozialen Bereich gesucht und hier gefunden. Das Kernteam besteht derzeit aus 4 Festangestellten im Büro, dazu kommen einige, die projektbezogen mitarbeiten, z.B. an der Homepagegestaltung, Designentwicklung, rechtlichen Fragen, etc. und Ehrenamtliche. Insgesamt rund 12 Leute aus verschiedenen Arbeitsbereichen, also ein solides Unternehmen in Form einer gemeinnützigen GmbH.
donare bietet die Möglichkeit, verschiedene Menschen und Dinge miteinander zu verknüpfen, so dass alle etwas davon haben und eine “win-win-win-win-Situation” entsteht:
- Der Aktive läuft z.B. bei einem Marathon mit, macht Bungeejumping, feiert seinen Geburtstag oder überlegt sich eine andere ausgefallene Aktion. Auf einer Spendenseite präsentiert er sie bei donare, setzt sich ein Spendenziel und informiert Freunde und Bekannte darüber.
- Freunde, aber auch Engagierte, die bei donare nach Aktionen suchen, finden das toll und spenden.
- donare gibt die Spenden zu 100% an die jeweiligen Organisationen weiter und finanziert sich selbst über Zuspenden und private Förderer.
- Die Afrikaner bekommen ihre Brunnen und die Kinder ihre warme Mahlzeit.
“Herr Fleck hatte seine Firma in England verkauft und suchte nach einer Möglichkeit, sich sozial zu engagieren. Er fand aber nichts, was ihm zusagte, und da er Unternehmer ist, wollte er daher ein eigenes Projekt auf die Beine stellen”, so Frau Wiesenthal, als ich nach der Vorgeschichte frage. “Und Frau Fleck hat bei Google Grants in London Erfahrungen gesammelt und beteiligte sich privat öfter bei justgiving.com, dem englischen Vorbild, das sich aber ausschließlich auf Sportevents spezialisiert hat.”
So eine Plattform lebt von Aktiven, die eine Aktion starten und Spenden sammeln, daher ist jetzt natürlich die wichtigste Aufgabe, sie zu finden und von der Idee zu begeistern. Derzeit läuft das größtenteils übers Internet - Twitter, Facebook-Gruppe, Infos an Presseportale, etc. - geplant ist jedoch auch eine enge direkte Zusammenarbeit mit Sportveranstaltern, Vereinen, Firmen und prominenten Sportlern sowie die Vernetzung und Kooperation mit anderen sozialen Projekten. Betterplace z.B., auch eine Spendenplattform, die bereits seit 2007 im Netz ist, fand die Idee gut und unterstützt das junge Team gerade in der Anfangsphase mit Rat und Hilfe.
Ich merke an, dass man mit so einer Plattform wenig Einfluss darauf hat, welche Organisationen unterstützt werden und was genau mit dem Geld geschieht. “Ja, das ist richtig, wir sind die Vermittler und bringen Aktive, Organisationen und Spender zusammen. Die Flecks und ihr Team sehen sich aber auch als Ideen- und Impulsgeber für Aktionen. Zwar ist Sport neben den klassischen Spendenaktionen zum Geburtstag, bei Firmenfeiern oder zum Gedenken an einen Verstorbenen natürlich der Kernbereich, doch sie wollen zeigen, dass es da durchaus noch viel mehr Möglichkeiten gibt: Gemeinsam auf den Wies´n feiern z.B. und dabei Spenden sammeln oder etwas Besonderes tun, was Freunde einem nicht zutrauen. Auch die Kooperation mit abnehmen.net ist so ein weiterer Ansatz”. Stimmt, etwas zu dick sind wir ja (fast) alle ;-))) Und sicher gibts noch viel mehr, wenn man mal ein wenig kreativ ist und vielleicht auch einfach herumspinnt, da kommen bestimmt noch ausgefallenere Aktionen zutage.
In der Liste der Organisationen findet man derzeit rund 30, darunter namhafte wie care, deutsches Kinderhilfswerk oder action medeor, aber auch kleinere wie eine Kindertageseinrichtung in Bönen. Sie werden von donare teilweise direkt angeschrieben und über das neue Angebot und seine Möglichkeiten informiert, können sich aber inzwischen auch selbst bewerben und sollen natürlich nach Möglichkeit eigene Aktionen initiieren bzw. ihre Stammspender dazu motivieren. Leider sind wie so oft Projekte von Einzelpersonen oder Initiativen ohne den berühmten Gemeinnützigkeitsnachweis ausgeschlossen, was ich persönlich sehr schade finde, denn nicht jeder will sich durch den bürokratischen Dschungel kämpfen, den eine gGmbH- oder Vereinsgründung nach sich zieht.
Da das Projekt noch relativ jung ist, Anfang 2009 begann die Vorphase mit Ideenfindung, Recherche, Konzepterstellung, etc. und erst seit 9/09 ist donare im Internet, kann man noch nicht viel zur Akzeptanz des Angebots sagen. Bisher sind nur wenige Aktionen gestartet, vorwiegend aus dem donare-Umfeld, doch es scheint Spaß zu machen und auch gespendet zu werden. Die Website befindet sich an einigen Stellen noch in den Kinderschuhen, das ein oder andere an Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit wird sicher noch verbessert werden.
Fest steht, ohne die vielen Menschen vor Ort, die tatsächlich die Brunnen bauen und für Kinder kochen, kann so eine Plattform nicht existieren, aber ohne Menschen wie die Flecks und ihr Team würde keiner davon erfahren, und die Aktiven würden nur für sich selbst schwitzen, kämpfen und feiern. Wir brauchen jedes Glied in dieser sozialen Kette, um Menschlichkeit und Miteinander aktiv zu leben, daher wünsche ich donare viel Erfolg, denn nichts ist wichtiger und gleichzeitig befriedigender als Gutes tun und Spaß dabei haben.
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Wer bei uns eine Aktion starten möchte, sucht sich eine Organisation aus, die bei uns gelistet ist oder kann selbst eine Charity vorschlagen. Auf die Weise kann auch der Kindergarten um die Ecke unterstützt werden. Das stärkt das Vertrauen und man kann sich direkt anschauen, wofür die Spendengelder verwendet werden.
Liebe Jana,
ist das mit dem “Blogger-Du” okay? :-)
Meine Gedanken dazu: Warum nicht die alten Strukturen (juristische Person, Spendenquittung…) verlassen und auch engagierten Privat-Personen eine Förderung über Eure Plattform ermöglichen wie das ja auch bei betterplace.org möglich ist.
Die Aktiven müssten viel mehr Werbung schon im Vorfeld für Ihre Aktionen - z.B. Dein bevorstehender Plänterwaldlauf - machen. Wer seid Ihr? Was bewegt Euch? Warum unterstützt ihr mit dieser Aktion genau jenes Projekt… Wofür wird dann die Spende verwendet…
Viele Grüße, Ina.
Der Gemeinnützigkeitsnachweis ist unsere Absicherung. Denn wir überweisen die Spenden monatlich und nicht, wenn das Spendenziel erfüllt ist. So sichern wir uns ab, dass die Spenden korrekt verwendet werden.
Ich denke, der persönliche Einsatz ist entscheidend. “Ein Freund von mir macht da jetzt so eine tolle Aktion. Er will einen Halbmarathon laufen und sammelt damit Spenden für die Organisation xy”. Der Aktive erzählt von seinem Vorhaben und wird sicher auch gefragt, weshalb er eine bestimmte Charity unterstützen möchte. Er setzt sich also auch ein für seine Aktion.





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