Blogpaten: In unseren Blogs veröffentlichen wir Gastbeiträge zu öko-sozialen Themen und verbreiten diese Inhalte über unser Netzwerk.

Blogpatenschaften

Making of Bildungsspender.de

Veröffentlicht von: Alexander Klement

11. März 2009

Das “Making of” schreibt man ja normalerweise erst, wenn etwas gut läuft. Dann nämlich interessieren sich Menschen in der Regel dafür, wie etwas entstanden ist. Das dachte ich zumindest die letzten 15 Jahre. So lange arbeite ich nämlich als Journalist, habe Journalistik studiert und jede Menge praktische Erfahrungen sowohl als Redakteur aber auch auf der anderen Seite des Ufers als Pressereferent gesammelt.

Bildungsspender ist jetzt am Start und hat mich schlaflose Nächte, stundenlange Telefonate und endlos scheinende Warterei auf Antworten von Behörden gekostet. Aber jetzt ist es geschafft. Bildungsspender ist am Start und hat auch schon ein paar Nutzer. Langsam erkenne ich, dass das eigentliche Problem jetzt erst anfängt. Da gibt es eine Seite im Netz, zu der der Initiator zwar 100%-ig steht, aber es kennt sie keiner. Als Journalist versucht man dann natürlich erst mal medial etwas zu erreichen. Was dabei herauskommt, kann man mit einem Wort beschreiben: Frust! Keiner will das Risiko eingehen, über eine unbekannte Internetseite zu schreiben, man könnte ja was empfehlen, was sich vielleicht doch nicht als so lupenrein herausstellt, wie es zu sein scheint. Und selbst hier sage ich jedem, der es hören will: Wenn Du etwas findest, sag es mir. Das war nicht so gewollt, aber wir sind auch nur Menschen (und keine Rechtsverdreher; Entschuldigung an alle Juristen).

Welche Wege soll ich also als nächstes Beschreiten? Ein ungewisses Gefühl macht sich in der Magengegend breit. Menschen, die mich zumindest moralisch unterstützen, sind gefragt – nicht die Familie, nicht die Freunde. Die tun das ohnehin. Dann plötzlich ein Telefonanruf. Eine Ina-Müller Schmoß hat eine Nachricht hinterlassen und versucht, mich via XING zu kontakten. Den Namen habe ich nie gehört, aber ein Rückruf kann ja nicht schaden. Natürlich frage ich, wie sie auf mich kommt. Dann die Überraschung: Es hat ihr jemand gezwitschert. Twittern habe ich bis jetzt für das Sinnloseste gehalten, was man überhaupt machen kann. Zugegeben, ich habe mich mit der Thematik noch nicht wirklich auseinandergesetzt und man hat ja so seine Vorurteile gegenüber Neuem (kenne ich das Argument nicht irgendwoher?). Nach einem über zweistündigen Telefonat kommen wir dann zu dem Ergebnis, das ich mal was als Gast bloggen könnte – keine PR sondern zum Beispiel das “Making of Bildungsspender”.

Hier ist es also, in aller Kürze. Alles fing etwa vor zwei Jahren an. Ein Onkel meiner Frau bat mich, mal seine Seite im Internet anzuschauen. Damit wolle er einen Teil seines Lebensunterhalts finanzieren. Im Prinzip war das eine echte Bannerwüste mit zahlreichen Online-Shops. Geld gab’s nicht für den Klick sondern nur, wenn anschließend auch etwas gekauft wurde. Ich war von Anfang an skeptisch. Warum sollte jemand vor einem Einkauf in einem schon bekannten Online-Portal wie Quelle.de vorher eine unbekannte Seite besuchen? Diese Einschätzung hat sich dann auch als richtig herausgestellt. Die Seite existiert nicht mehr.

Trotzdem war ich der Meinung, dass man mit dem Prinzip etwas anfangen könnte, wenn man das Ziel anders ausrichtet. Sich selbst davon zu finanzieren funktioniert nicht. Der Anreiz für die Nutzer fehlt. Toll wäre doch, wenn man die Einnahmen für einen guten Zweck einsetzen könnte. So wurde intelligent-gespart.de geboren – ein Portal, das neben rund 50 Online-Shops und zahlreichen Vergleichsrechner auch noch ein paar journalistische Inhalte hat. Intelligent-gespart.de ist das Vorläuferprojekt, um zu testen, wie diese grundsätzliche Idee ankommt. Ein Gewerbe wurde angemeldet. Das dauerte ca. 10 Minuten und kostete 26 Euro. Die Vorgabe: 50% des Umsatzes (nicht des Gewinns) werden an bekannte gemeinnützige Organisationen gespendet. Im Endeffekt wurden Weihnachten 2008 350 Euro an die Deutsche Krebshilfe und vier andere Organisationen gespendet. Die Einnahmen kamen überwiegend aus den Vergleichsrechnern und nicht so sehr aus den Shops, denn eine auf der Seite platzierte Umfrage kam zu dem Ergebnis, dass es den Nutzern egal war, ob etwas gespendet würde oder nicht.

Ein Bekannter brachte mich dann auf eine andere Idee. “Denk doch nicht immer so groß. Es müsste mal was für Schulen geben.” Da hätte man eigentlich auch selbst drauf kommen können. Kleine Einheiten mit einem gemeinsamen Interesse. Die Idee war geboren und wurde bei Bildungsspender noch auf Kitas, Hochschulen, Sport-, Musikvereine, bildungsfördernde Vereine und Kirchengemeinden ausgedehnt. Um das ganze auf ordentliche Füße zu stellen und jeden Hauch einer Idee zu verwerfen, dass sich an dem Projekt jemand bereichern will, wurde eine gemeinnützige Gesellschaft gegründet (was viel mehr Aufwand war und viel mehr Geld kostete, als ich je vermutet habe) und die Maxime ausgerufen, 100% der Gutschriften, die aus den Einkäufen der Nutzer in ihren Spenden-Shops stammen, an diese weiterzugeben. Komischerweise macht gerade das jetzt Interessenten misstrauisch.

Ich kann das im Umfeld der vielen Schulfördervereine und Sport- und Musikvereine eigentlich nicht verstehen. Dort ist man doch jeden Tag mit ehrenamtlichem Engagement konfrontiert. Und da kann ich bei der ein oder anderen Persönlichkeit nur den Hut ziehen. Mehr leistet Bildungsspender auch nicht. Ich kann jedenfalls nur nochmals bekräftigen: So lange ich für Bildungsspender als Kopf verantwortlich zeichne – und das wird langfristig so bleiben – werden 100% der erhaltenen Gutschriften aus den Spenden-Shops an die jeweiligen registrierten Bildungseinrichtungen weitergegeben. Ich finde dies nur fair. Alles andere würde mir ein schlechtes Gewissen bereiten. Bildungsspender setzt dort auf die Solidarität der Nutzer und bietet zur Finanzierung des Angebots die Google-Suche an, die man auch wunderbar als Startseite mit einer direkten Verlinkung in den eigenen Spenden-Shop verwenden kann, und zahlreiche Vergleichsrechner. Vertragsabschlüsse hieraus führen ebenfalls zu Einnahmen. An dieser Stelle kann ich als Verbraucher-Journalist nur sagen: Wer nicht jährlich überprüft, wo er sich am günstigsten versichern kann, günstigen Strom oder Gas bezieht und immer im Auge hat, welche Bank die besten Konditionen bietet, verschenkt mehrere hundert Euro pro Jahr. Doch das steht auf einem anderen Blatt.

So, für meinen ersten Blog-Beitrag soll es das gewesen sein. Ich würde mich über zahlreiche Kommentare, Rückmeldungen, Bedenken, Kritik, Lob freuen. Bildungsspender ist kein Neutrum. Kontaktaufnahme erwünscht, Hilfe erbeten… und vielleicht sieht man sich ja auch bei Bildungsspender.de… einfach mal den eigenen Sportverein anmelden ;-)

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2 Kommentare »»

  1. Pingback Mit Blogpatenschaften die Vernetzung fördern « chrisp’s virtual comments
    - Am 16. März 2009 um 20:16

    [...] Alexander Klement, der selbst kein eigenes Blog betreibt, schreibt als Co-Blogger bei Blogpatenschaften über sein Projekt Bildungsspender.de. [...]

  2. Pingback Nonprofits-vernetzt.de » Plattformen mit sozialem Mehrwert
    - Am 25. März 2009 um 20:16

    [...] wurde gebloggt wurde darüber schon: Nun auch hier die Information, dass es eine neue gemeinnützige [...]

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