Blogpaten: In unseren Blogs veröffentlichen wir Gastbeiträge zu öko-sozialen Themen und verbreiten diese Inhalte über unser Netzwerk.

Blogpatenschaften

Lesetipp: “Im Internet geschehen viele merkwürdige Dinge”

Veröffentlicht von: Ina Müller-Schmoß

09. Dezember 2009

Am 8. Dezember 2009 fand in Stuttgart der Vierte Nationale IT Gipfel statt. Christian Scholz aka MrTopf berichtet in seinem Blog über den IT-Gipfel:

Wer IKT sagt, hat schon verloren. Bin auf die Diskussion gespannt.

REBOOT_D Digitale Demokratie – Alles auf Anfang!

Veröffentlicht von: Ina Müller-Schmoß

07. Dezember 2009

reboot_d_Ich verlose 3 Exemplare von REBOOT_D hier  im Blog.

Ulrike: “Was treibt mich, dieses Buch zu machen?”

“Ich bin fest davon überzeugt, daß wir am Anfang einer neuen Zeit stehen. Einer Zeit, die geprägt ist vom Umgang mit neuen Technologien, die einen tiefgreifenden Wandel in unserer Welt als Arbeitende, Bürger und Mitglieder von Gemeinschaften mit sich bringen. Ich glaube nicht, daß die bestehenden Systeme und Strukturen den Anforderungen dieser neuen Zeit gewachsen sind. Um ihnen auf persönlicher, gesellschaftlicher und globaler Ebene ansatzweise begegnen zu können, ist ein tatsächlicher, tiefgreifender Wandel, ein Umdenken unabdingbar. Es ist nicht genug, an den bestehenden und einstmals tragfähigen Strukturen und Systemen aus der Vergangenheit ein bißchen auszubessern und sie in Teilen zu erneuern. NEIN, es ist ein tatsächlicher Neustart – ein wirkliches “rebooten” – notwendig! Deshalb heißt unser Buch auch Reboot.”

Das Buch, herausgegeben von Ulrike Reinhard und Hendrik Heuermann, ist wie auch schon das vorige wieder in kollaborativer Arbeit entstanden und ist seit einigen Tagen als Download abrufbar.  Wer das Buch jetzt auch in den Händen halten möchte, um darin zu blättern, es während der Bahnfahrt zu lesen, darin zu unterstreichen oder es mit Eselsohren zu versehen – what ever. Wer es als Weihnachtsgeschenk an liebe Freunde weitergeben mag, der kann hier in den Kommentaren noch bis zum 15.12.2009, 12.00 Uhr mittags sein Interesse bekunden. Anschließend werden die 3 Gewinner von mir ausgelost.

Die Gewinner werden am 15.12.2009 12 Uhr mittags per Los oder mit dem Random-Generator (je nach Teilnehmerzahl) ermittelt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der/ die Gewinner/in wird von mir per Mail benachrichtigt (daher bitte eine gültige E-Mail-Adresse beim Kommentieren angeben).

[update] Der Zufallsgenerator hat gewirbelt und die GewinnerInnen stehen fest. Es sind Christoph, Jürgen und Sophie. Herzlichen Glückwunsch. Ihr habt auch  schon eine Mail erhalten. Sobald ich Eure Adressen habe, gehen die Bücher auf Reisen.



Unser neues Demokratiemedium

Veröffentlicht von: Susanne Wiest

07. Dezember 2009

susanne_wiest1Vor einem Jahr noch, habe ich das Internet eher wie eine Bibliothek genutzt. Ab und zu Informationen sammeln und vielleicht mal ein Kochrezept suchen…. e-mails schrieb ich kaum. Vielleicht eine pro Monat. Das änderte sich schlagartig als ich letzten Dezember eine Petititon an unseren Bundestag stellte. Mir wurde gesagt das ginge jetzt auch im Internet und ich schaffte es tatsächlich meine Grundeinkommenspetititon online auf den Weg zu bringen. Anscheinend hatte ich einen Nerv getroffen.

Ich erlebte staunend, wie immer mehr Menschen diese Petition mitunterzeichneten, wie in verschiedenen Foren und Blogs darüber berichtet und aufgefordert wurde mit zu unterzeichnen. Ich erlebte Demokratie. So wie ich sie mir seit langem wünsche. Frei, eigenverantwortlich, zusammen und sehr lebendig. Und ich lernte das Internet kennen.

Austausch, Information, Organisation, Mobilisierung, Planung… das ist alles möglich im Netz. Endlich! Wir brauchen nicht mehr eine Zeitung oder andere Medien, die freundlichrweise über eine Aktion berichten. Wir berichten nun selbst. Von uns für uns.

Richtig Bauchschmerzen habe ich damals bekommen, als es plötzlich darum ging, irgendwo meine e-mail Adresse öffentlich zu machen… ich sah Gefahren über Gefahren….was ich eben so alles gehört hatte über das uferlose Internet. Ich habe mich dann dazu durchgerungen ….und alles ist gut gegangen.

Mittlerweile nutze ich Twitter, bin gerne bei Facebook und habe einen eigenen Blog, das ist eine Art  Internetagebuch und ich schreibe inzwischen viele e-mails pro Tag. Wie das alles geht, habe ich beim Tun gelernt. Ich habe Freunde im Netz gefragt, “wie lade ich ein Bild hoch, wie stelle ich ein Video in meinen Blog,…usw.“ und Schritt für Schritt habe ich dazu gelernt.

Ich nutze das Internet heute als Demokratiemedium. Ich möchte mitmachen in unserer Demokratie. Mitgestalten. Nicht alles den „anderen“ überlassen.

Wir Bürger können uns informieren, vernetzten, uns unterstützen und zusammenarbeiten. Die Möglichkeiten des Internets sind ein Segen für mich. Wir haben ein Demokratiemedium. Ich nutze es!

Surftipps zum Wochenende

Veröffentlicht von: Ina Müller-Schmoß

04. Dezember 2009
  • Stefan Gehrke geht in seinem Artikel “Telefax hui – E-Mail pfui” der Frage nach: “Wie schnell, gut und persönlich kommunizieren die Bundesministerien mit dem Bürger?” Fazit: Das Kommunikationsverhalten der Ministerien ist noch längst nicht im digitalen Dialog angekommen.
  • O2 möchte wissen, wie es um die Digitale Integration von Menschen mit Behinderung in Deutschland bestellt ist und (ver)sucht den Dialog im Web. Genutzt wird die Plattform diskutiere – Gesellschaftliche Verantwortung. Die Idee an sich finde ich gut nur eine offene Diskussion an der sich auch Mitarbeiter von O2 beteiligen, kann ich derzeit noch nicht erkennen.
  • Viswapi.de ist die neue Tauschplattform im Internet. Neben den Kategorien von herkömmlichen Tauschbörsen, wie Bücher, Film, Videospiele und Musik, kann man bei Viswapi alles zum Tausch anbieten oder ertauschen. Die Tausch-Artikel können per Video präsentiert werden. Viswapi: Twitter-Account und Blog.
  • Google-Maps darf ich in mein Webprojekt einbinden, einen Screenshot von einer Google-Map sollte ich aber vermeiden. Warum das so ist, das erklärt Claudia Klinger anschaulich im Wilden Gartenblog.

Klar ist: “Wir nutzen das Internet”

Veröffentlicht von: Ina Müller-Schmoß

03. Dezember 2009

Bild Pflegeheim Dorothea (72), Sabine (45), Theresa (73), Vroni (45), Stephan (55) und Wolfgang (51) leiden unter Multipler Sklerose und leben in einem Pflegeheim. Auf der offenen Plattform geben sie Einblicke in ihren Alltag und in ihre Gedanken und Gefühle. Hier geht es zum – Teil 1 - , – Teil 2 – , – Teil 3 – , – Teil 4 – , – Teil 5 -  ihres Berichtes. Wir wünschen uns, dass eine Veröffentlichung im Internet vielleicht ein klein wenig dazu beitragen kann, dass dieses Thema mehr ins öffentliche Blickfeld rückt. Begleitet wurden die Autoren von Angela Gröschl-Eigenstetter, Sozialpädagogin und Heilpraktikerin für Psychotherapie, die mir in einer E-Mail schreibt, wie alles begann:

Hier möchte ich Ihnen nochmals schildern, wie dieser ungewöhnliche Bericht entstanden ist. Gleichzeitig zeigt diese Entstehungsgeschichte auch auf, zu welch wunderbaren Ergebnissen die Vernetzung (die menschliche und auch die im Internet) führen kann – obwohl ich alles andere als Computerfreak bin.

Da ich seit 1992 mit schwerstbetroffenen MS-Patienten arbeite (Gesprächsgruppe und beratende bzw. therapeutische Einzelgespräche als Sozialpädagogin und Familientherapeutin, seit 1997 auch SOWI-Therapie und seit 2006 teils auch Hypnosearbeit), die in einem Pflegeheim in Oberbayern leben, begebe ich mich manchmal ins Internet, um zum Thema MS zu recherchieren. So stieß ich auf die Seite von Annette Uthoff www.ms-na-und.de. Ich sandte Ihre eine kleine Mail, als Anerkennung für ihre schöne Seite – sie antwortete sofort “freudestrahlend” über die Anerkennung, die ihrer Seele gerade eben so gut tat. So entstand zunächst ein sehr interessander fachlicher Austausch – Annette hat als Lehrerin für autogenes Training, dieses Verfahren “MS-gerecht” gemacht – und schließlich entwickelte sich eine gegenseitig befruchtende Internetfreundschaft. Annette berichtete mir u.a. von ihren teils frustigen Erfahrungen mit MS-Gruppen, die ihrer Psyche häufig eher belasteten, als sie zu entlassten.

So bot ich ihr an, doch nach Bayern in “meine” MS-Gruppe ins Pflegeheim zu kommen, um mal etwas ganz anderes und Besonderes kennen zu lernen. Natürlich hatte ich das vorher mit der MS-Gruppe besprochen und die fanden es super, mal Besuch zu bekommen. Annette kam tatsächlich im Juni 2008 in die Gruppe ins Pflegeheim und war so bewegt und erstaunt, dass sie darüber eine Bericht in ihrer homepage schrieb: “Wie sehen Erfolge der SOWI-Therapie aus?

Natürlich habe ich diesen Bericht ausgedruckt, um ihn der MS-Gruppe vorlesen zu können. Auf dem Weg zum Pflegeheim wurde mir plötzlich bewusst, dass ich selbst in meiner eigenen homepage zwar über die SOWI-Therapie berichte und meine Seminare ankündige, jedoch noch nie über meine Arbeit und Erfahrungen im Pflegeheim berichtet habe – bis heute hab ich es nicht geschafft. Ich dachte mir: “Muss erst Annette kommen aus dem hohen Norden um mich selbst daran zu erinnern über meine sicher ungewöhnliche, aber extrem intensive Zusammenarbeit mit den schwerbetroffenen Menschen im Pflegeheim zu berichten?” So entschloss ich mich also der Gruppe anzukündigen, dass ich über kurz oder lang etwas über unseren gemeinsamen Weg berichten möchte – auch die Bedeutung der SOWI-Therapie in diesem Zusammenhang. Als ich jedoch schließlich das Pflegeheim betrat wurde mir schlagartig bewusst, dass es nicht mein Job ist über die Gruppe zu berichten, sondern dass es alleine die Sache der Gruppe ist, über sich selbst zu erzählen, ihre Erfahrungen, ihren Weg, ihr Schicksal …. was auch immer …. egal!!!

Es wurde mir schlagartig bewusst, dass es die Gruppe ist, die für sich selbst sprechen kann und muß und gleichzeit war mir auch schon klar, dass das etwas ganz besonderes und außergewöhnliches werden würde. Im Grunde habe ich vom ersten Gedankenblitz an nicht gezweifelt, dass dieses Projekt gelingen wird – schließlich kenne ich jeden Teilnehmer aus der Gruppe und weiß, was sie zu sagen haben.

Die Gruppe erklärte mich mich natürlich erst mal für verrückt. Was hätten sie schon zu berichten, wen würde das schon interessieren und überhaupt, wozu etwas schreiben, was niemals jemand lesen würde? Sofort bot ich meine homepage als “Plattform” an – trotz aller Unkenrufe – ich sah das Leuchten in den Augen der Leute, das erste noch etwas zaghafte aber schon stolze Lächeln auf den Lippen des einen und der anderen. Klar – die Gruppe hatte Feuer gefangen.

Es sollte uns viel Schweiß und Mühe kosten.

Monatelanges Arbeiten – es wir ein ganzes Jahr. Die Gruppe diktiert, ich schreibe mit, bringe zuhause alles zu Papier (in den PC). Es wird wenig verworfen, aber vieles neu formuliert. Die Lebensgeschichten werden reflektiert. Wir lernen uns nochmal ein Stück näher kennen und erfahren, dass das, was Menschen brauchen um ihr Leben im Pflegeheim neu gestalten zu können, offenbar sehr Ähnliches ist. Natürlich ein gutes Heimkonzept – klar – aber vorallem freundliche und wohlwollende Menschen. Natürlich gute Pflege – klar – aber auch die Seele braucht Unterstützung! Darüber kann die Gruppe berichten. Die Gruppe erkennt immer mehr, dass das nicht übel ist was da entsteht. Ich bin begeistert und wahnsinnig Stolz darauf, was ich da im Auftrag der Gruppe zu Papier bringen kann.

Engagement für Andere – der Bericht soll jenen Helfen, die ggf. vor der Angst stehen, in ein Pflegeheim zu müssen. Uns ist klar, dass die Bedingungen in den Heimen sehr unterschiedlich sind!!! Gibt es andere Häuser, wo es therapeutische Einzel- und Gruppenangebote gibt? Das wäre spannend zu erfahren – auch hierzu Rückmeldung zu bekommen.

Es wird mir und uns immer mehr bewusst, das man damit an die Öffentlichkeit gehen muss. Zeitungen? Fachjournale? – noch keine rechte Ahnung – wir werden sehen. Klar ist: “Wir nutzen das Internet”. Kaum auf meiner Seite veröffentlicht, hat Annette Uthoff und Birgit Sonnenschein den Bericht mit Zustimmung der Gruppe in Ihre Seite übernommen bzw. verlinkt. Danke.

Und jetzt kommt noch das Angebot von www.offene-plattform.de – tausend Dank

und ganz herzliche Grüße
Angela Gröschl-Eigenstetter (www.sowi-rosenheim.de)

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